Viel Stoff für hautenge Debatten

Dirndlburka

Wenn Burkinis verboten werden sollen, dann bitte auch all die hässlichen Neoprenanzüge.
Wo kämen wir denn hin, wenn am Bodensee die Menschen in Ganzkörperanzügen baden würden oder tauchen, oder surfen… oder ganz schlimm: kleine Kinder in Ganzkörperanzügen, um sie angeblich vor Sonnenbrand und Hautkrebs zu schützen.
Vielleicht ist ja der Widerstand gegen Burkinis auch darin begründet, weil ihre Trägerinnen ostentativ ihre Religion betonen. „Wir sind was Besseres, denn wir sind Muslima, die sich an den Koran halten“ – wobei ja weder Burka noch Burkini etwas mit dem Koran zu tun haben. Zu Mohammeds Zeiten ging man nicht spaßeshalber baden.
Dann also weiter mit der Rettung des Abendlandes und der grundsätzlich überlegenen europäischen Zivilisation! Keine Missionierung für den Islam durch Burkini- Frauen an europäischen Stränden zulassen. Read more

Don’t shoot the messenger

Mit diesem Bild gewann Kevin Carter den Pulitzer Prize 1994. Das Bild zeigt ein verhungerndes Kind, das scheinbar bereits von einem Aasgeier verfolgt wird. Das Kind kriecht gerade zu einem Lebensmittelcamp der UN, das ein Kilometer entfernt sein soll. Niemand weiss, was mit dem Kind geschehen ist. Der Fotograf Kevin Carter verliess den Ort, nachdem er das Photo aufgenommen hatte. Später vertraute er Freunden an, dass er wünschte eingegriffen zu haben. Journalisten wurde zu dieser Zeit geraten, keine Opfer der Hungersnot aus Furcht vor Krankheiten zu berühren. Drei Monate später und nur Wochen später, nachdem ihm der Pulitzer Preis verliehen worden war, nahm sich Kevin Carter das Leben.

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„Mädels, packt eure Männer ein!“

Rheine. „Frauen sind Göttinnen – Wir können nur noch beten.“ In seinem aktuellen Programm gibt sich Ex-Comedy- Rübel Ingo Appelt als Wanderprediger. Vor seinem Auftritt am 24. September in der Rheiner Stadthalle stand er Jörg Peterkord  Rede und Antwort.

JP: Herr Appelt, Sie sind ja jetzt als Wanderprediger unterwegs …

Ingo Appelt: Bin ich eigentlich schon länger, aber jetzt auch richtig.

JP: Was ist ihnen als Wanderprediger wichtiger, Glück oder Erfolg?

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Weichgespülte Grüne braucht die Republik nicht

Selbst unter Christdemokraten geraten sie ins Schwärmen. Voll des Lobes äußerten sie sich hinter vorgehaltener Hand über Robert Habeck, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kieler Landtag. Obwohl die Grünen ganz gut damit gefahren sind, sich programmatisch zurückzuhalten, fordert der bereits als Kandidat für den Bundesvorsitz der Partei gehandelte Habeck mehr Risikobereitschaft. Die zeigt er selber zur Genüge. Er war sich durchaus bewusst, dass er für sein linkes Plädoyer „Patriotismus“ Schelte beziehen wird. Nicht zuletzt aus den eigenen Reihen.

JP: „Materiell hatten wir nichts, ideell dafür alles“, so beschrieb jüngst der Ur-Grüne Lukas Beckmann die Anfänge der Grünen im Jahr 1979. Gegenwärtig dürfte Ihre Partei Probleme haben, alle Posten zu besetzen, sollten sich die Umfrage-Ergebnisse als Wahlergebnisse bestätigen. Wie groß sehen Sie gegenwärtig die Gefahr, dass die materiellen Erfolgsaussichten wieder den ideellen Anspruch auflösen?

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„Wofür soll ich mich schämen?“

Der Mann, der laut Spiegel sein Leben verzockt hat, wirkt ziemlich lebensfroh. „Ich habe schon einmal Probleme mit der Kommastellung auf meinem Kontoauszug, aber ansonsten geht´s mir ganz gut“, erzählt Klaus F. Schmidt. Nicht ohne Selbstironie führt er auf seiner Visitenkarten den Titel „Multimillionär a. D.“. Aus dem Nichts stieg Klaus Schmidt zum Erfolgs-Unternehmer auf. Dann verlor er im Kasino die Kontrolle – und all sein Geld, insgesamt über fünf Millionen Euro.
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Krise als Reifeprüfung

„Allahs Intendant“ Michael Schindhelm berichtet in seinem Buch „Dubai Speed“ über einen atemberaubenden Dialog zwischen Orient und Okzident. Vor der Lesung im Kloster Bentlage stand er Jörg Peterkord vom Rheiner Anzeiger für einige Interviewfragen zur Verfügung.

JP: Sie sollten die Kultur des Abendlandes an den Persischen Golf holen: Ihr Buch „Dubai Speed“ erzählt die Geschichte geplatzter Träume im Wüstensand. Sie träumen dennoch weiter vom modernen Babylon am Golf. Was gibt Ihnen gegenwärtig Hoffnung?

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Alte Wunde tief aufgerissen

Rheine. Ende gut, alles gut? Auf dem Höhepunkt des Bebens stellte das Domradio des Erzbistums Köln vorsorglich schon einmal das Ende als Frage in Aussicht. Auch in Rheine sind in dieser Woche die Erschütterungen in der katholischen Kirche angekommen: Nach heftiger Kritik aus Politik und Kirche hat der Vatikan schließlich den britischen Bischof Richard Williamson dazu aufgerufen, seine umstrittenen Holocaust-Äußerungen zu widerrufen. Die Aufhebung der Exkommunikation der Piusbruderschaft hatte zuvor zu der Schlagzeile geführt: „Papst rehabilitiert Holocaust-Leugner“.

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Vollgas reicht nicht

Europa-Gewerkschafter Peter Scherrer im Interview

Mit Vollgas aus der Krise: Die Verschrottungsprämie für Altfahrzeuge entpuppt sich als wahrer Renner, und der niedrige Benzinpreis lässt hoffen, dass man sich doch noch was leisten kann. Ist die Konjunktur jetzt wichtiger als das Klima? Peter Scherrer,Generalsekretär des europäischen Metallgewerkschaftbundes (EMB), im Gespräch mit Jörg Peterkord zu den umweltpolitischen Notwendigkeiten in der Industriepolitik.

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Ungeahnt aktuelle Erinnerungen

 Lebensgeschichte in der Landesgeschichte: Werner Butzlaff veröffentlicht „Unvergessene Heimat – Erinnerungen“

Von Jörg Peterkord

Rheine. Wie auch immer man die Geschichte einer deutschen Vertreibungen erzählen will, der historische Zugriff endet stets bei der eigenen, der deutschen Nase. Das sieht der in Pommern geborene Werner Butzlaff aus Rheine nicht anders. Mit der Veröffentlichung seiner Lebenserinnerungen will er nicht allein seine durch Flucht und Vertreibung erzwungenen Lebenswege beschreiben, sondern auch zeigen, wie ein totalitäres Regime junge Menschen mit seiner Ideologie vernebelte und in seinen sinnlosen Krieg trieb: „Ich möchte meinen Beitrag leisten, um die heutige Generation davor zu bewahren.“

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